>_ AYSOLI CYBERSECURITY
← Zurück zu den Advisories
CRITICALAYS-2026-008 · 2026-10-22

CVE-2026-109618 / CVE-2026-109619 – PHP2Shell: Kritische RCE-Lücken in PHP

Zwei Schwachstellen im PHP-Kern ermöglichen es Angreifern, ohne Anmeldung Code auf jedem Server auszuführen, der PHP für Webanfragen nutzt. Angriffsversuche wurden bereits vor der Veröffentlichung beobachtet – sofort patchen.

Was ist passiert?

Unter dem Namen "PHP2Shell" wurden zwei kritische Lücken im PHP-Kern bekannt (CVSS v4 9.2, laut PHP "critical"). Beide werden ausgenutzt, bevor überhaupt Anwendungscode läuft – Login, Plugins oder ein bestimmtes CMS spielen keine Rolle:

  • CVE-2026-109618: Eine präparierte POST-Anfrage lässt PHP beim Einlesen der Formulardaten das Speicherlimit überschreiten. Dabei bleibt ein halb initialisierter Eintrag zurück, der beim Aufräumen den Speicher korrumpiert.
  • CVE-2026-109619: Nach einem Fehler behält ein PHP-Worker Verweise auf bereits freigegebenen Speicher (Use-after-free), die eine spätere Anfrage nutzen kann – erreichbar über das standardmässig aktive Session-Upload-Progress.

Die Details wurden am 20. Oktober vorzeitig geleakt, die Patches erschienen am 21. Oktober. Amazon verzeichnete erste Angriffsversuche bereits am 17. Oktober; inzwischen wird breit nach verwundbaren Servern gescannt.

Wen betrifft es?

  • Alle PHP-Installationen, die Webanfragen bedienen: Apache mit mod_php, PHP-FPM (nginx), php-cgi, FrankenPHP und LiteSpeed.
  • Typische KMU-Systeme: WordPress, Webshops, Nextcloud, Intranet-Anwendungen und Webhosting.
  • Versteckte PHP-Installationen: In Appliances, Container-Images und Fremdsoftware gebündeltes PHP.
  • Veraltete Versionen: Auch PHP 7.4 bis 8.1 sind verwundbar, erhalten aber keine regulären Updates mehr.

Was ist zu tun?

  1. Sofort patchen: Aktualisiere auf PHP 8.5.12, 8.4.27, 8.3.36 oder 8.2.35 bzw. spiele das Sicherheitsupdate deiner Linux-Distribution oder deines Hosters ein. Internet-erreichbare Systeme zuerst.
  2. Inventar erstellen: Wo läuft überall PHP, auch eingebettet in Appliances oder Container? Massgeblich ist die PHP-Version des Webservers, nicht die der Kommandozeile.
  3. Übergangslösung, falls kein Patch möglich ist: Setze session.upload_progress.enabled=0 (bei PHP 8.5 zusätzlich fatal_error_backtraces=0), begrenze die Grösse von Anfragen am Reverse Proxy bzw. an der WAF und starte anschliessend alle PHP-Worker neu. Das reduziert das Risiko, ersetzt aber nicht den Patch.
  4. Auf Kompromittierung prüfen: Achte auf Webserver-Prozesse, die eine Shell starten, und auf Log-Einträge "Allowed memory size … exhausted" mit "Unknown on line 0" in Verbindung mit sehr grossen POST-Anfragen.
  5. Altsysteme isolieren: Trenne Systeme, die sich nicht aktualisieren lassen oder noch PHP 8.1 oder älter nutzen, vom Internet.

Dieses Advisory dient der Information. Für Unterstützung bei der Absicherung deiner Webserver kontaktiere uns.

Bereit, deine Angriffsfläche zu kennen?

Erzähl uns kurz von deinem Vorhaben. Wir melden uns mit einem konkreten Vorschlag.

Erstgespräch anfragen